03. November 2017 - 20:00
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Gauthier Dance: Mega Israel | Theaterhaus Stuttgart | Freitag, 03. November 2017

Gauthier Dance präsentiert ein Programm, das den zeitgenössischen Tanz von seiner dynamischsten Seite zeigt – voller Power, Energie und mit einer ausgeprägten persönlichen Handschrift. Der rote Faden: Alle Choreographen sind gebürtige Israelis, arbeiten aber heute mit und für führende Companies auf der ganzen Welt. Und alle drei Produktionen markierten für ihre Schöpfer bedeutende Stationen in ihrer künstlerischen Karriere.

Hofesh Shechter erkundet mit Uprising die extrem physische, virile Seite des Tanzes. Sieben Männer, barfuß und lässig in T-Shirts und Hosen gekleidet, voller Unsicherheit und latenter bis hin zu unverstellter Aggressivität. Die Sehnsucht nach Gemeinschaft liegt im Clinch mit brutalem Dominanzstreben. Den Takt gibt die Musik vor: peitschende, elektronisch verzerrte Rock-Sounds, komponiert vom Profi-Schlagzeuger Shechter selbst. Ein starkes Statement und eine eigene, neue Farbe, durch die Hofesh Shechter den Tanz unverkennbar bereichert hat.

Auch Gai Behar und Sharon Eyal, lange Jahre Tänzerin und später Hauschoreographin für Ohad Naharins Batsheva Company, lieferten mit Killer Pig ihre internationale Visitenkarte ab. Für Gauthier Dance werden Eyal–Behar eine neue Stuttgarter Fassung kreieren – besetzt mit sechs Tänzerinnen, wie bei der Uraufführung, und kondensiert auf 30 radikale Minuten. Im Gefüge von MEGA ISRAEL bilden die herbe Ästhetik und präzisen Bewegungen von Killer Pig das ideale Gegenstück zu Shechters Uprising. Wir sehen rätselhafte Amazonen in perfekt synchronen Formationen und verzweifelten Ausbrüchen, die jedes Klischee vom weiblichen Tanz sarkastisch pulverisieren.

Der dritte Beitrag im Bunde ist Minus 16 von Ohad Naharin, der mit seiner Batsheva Dance Company als Großmeister des Tanzes aus Israel gilt. Nach Kamuyot, dem umjubelten Gauthier Dance-Beitrag für COLOURS 2015, vertraut der Erfinder der Gaga-Methode der Company nun erneut ein Stück an. Nur dass man statt „ein“ Stück lieber DAS Stück sagen sollte ... Schließlich schuf Naharin mit Minus 16 ein echtes Signature Piece, das schon bald nach der Premiere im Jahr 1999 Kultstatus erlangte. Wie in einem Kaleidoskop vereint es unterschiedlichste Episoden, Musiken und Stimmungen, die Naharin jeweils neu arrangiert und variiert – vom entfesselten Stuhlkreis mit kraftvollen, orientalisch angehauchten Gesängen bis zum entrückten Pas de deux zu Antonio Vivaldis Stabat Mater. Eine denkbar intensive Gruppenerfahrung für Tänzer und Publikum, die bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat.

„Alle diese israelischen Künstler versprechen beträchtlichen ästhetischen Zugewinn, denn sie bringen genau das auf die Bühne, was blutarme Performer hierzulande weitgehend verweigern: jede Menge beglückenden Tanz, geballte Energie, Kraft und Dynamik, ja eine physische Attacke, die sich in interessant strukturierten, bisweilen hochexplosiven Schüben entlädt.“ - Süddeutsche Zeitung

„MEGA ISRAEL ist ein lauter und wuchtiger Abend, ein dunkel grundiertes Fest des Tanzes. ... Beim Colours-Festival setzt Gauthier damit ein Zeichen, für einen Tanz, der alles andere als leichtgewichtig ist, der einen direkt bei den Gefühlen packt." - Frankfurter Rundschau

Choreographien: Hofesh Shechter, Sharon Eyal–Gai Behar, Ohad Naharin

Das Theaterhaus bedankt sich bei dem Premiumpartner ElringKlinger AG, den Sponsoren Fashion- und Lifestylehaus Breuninger in Stuttgart und Luisa Cerano/Sporlastic sowie den Unterstützern First Friends und Friends of Gauthier Dance, Eurowings GmbH und der Stiftung Herbert Metzger und Anneliese Metzger-Nord.

Das Theaterhaus Stuttgart wird gefördert von der Mercedes-Benz Bank, dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart
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