04. September 2017 - 19:00 bis 20:30
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Lesung : Die Tage ohne Vater von Dogan Akhanli | Montag, 04. September 2017

Zur Lesung von DOGAN AKHANLI und Rosemarie Weber laden ein:
Die Volkshochschule Krefeld, Amnesty International Krefeld und Der andere Buchladen

Verfolgung von Oppositionellen, Entlassungen, Berufsverbote, Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, Verhaftungen, Folter, Flucht ins Ausland, Exil..... Unzählige Menschen erleiden dieses Schicksal zur Zeit in der Türkei - Dogan Akhanli hat diese Erfahrungen selbst in den 70iger und 80iger Jahren in Istanbul gemacht. In seinem Roman 'Die Tage ohne Vater' schildert er das Leben eines ehemals linken Widerstandskämpfers, der nach mehrmaliger Haft aus der Türkei flieht und später als Musiker in Köln lebt. Er beschreibt u.a. die Zerrissenheit des im Exil Lebenden, die schmerzvolle Trennung von der Familie und damit verbunden das Trauma unbearbeiteter Konflikte.


Eintritt:- frei
Bemerkungen
  • Pressemitteilung: Zur Menschenrechtslage in der Türkei Rosemarie Weber und Helmut Wenderoth (KRESCH Theater) lesen aus dem Roman von Dogan Akhanli „Die Tage ohne Vater“ Veranstalter: Amnesty International Krefeld, VHS Krefeld und der andere Buchladen Die Veranstaltung, ursprünglich mit Dogan Akhanli geplant, muss aus bekannten Gründen nun leider ohne ihn stattfinden. Herr Akhanli darf nach einer vorübergehenden Festnahme an seinem spanischen Urlaubsort am 19.08.2017 das Land vorerst nicht verlassen- die Türkei hat seine Auslieferung gefordert. Die Krefelder Gruppe von Amnesty International wird an diesem Abend über Akhanlis Lebensweg berichten. In seinem Roman „Die Tage ohne Vater“ verarbeitet er eigene Erfahrungen, schildert die Verfolgung politisch Andersdenkender in den 70iger und 80iger Jahren in der Türkei und beschreibt eindringlich die Zerrissenheit des im Exil Lebenden, die schmerzvolle Trennung von der Familie und das Trauma unbearbeiteter Konflikte. Wir werden aber auch die aktuelle politische Lage in der Türkei und die unzähligen Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von Oppositionellen, Entlassungen, Berufsverbote, Verhaftungen, lange Gefängnisaufenthalte ohne Anklage und Flucht ins Ausland thematisieren. Termin: 04. 09. 2017 19.00 – 20.30 VHS Krefeld Eintritt: frei
  • Die Veranstaltung wird in jedem Fall stattfinden- aus bekannten Gründen leider wohl ohne Dogan Akhanli. Wir werden informieren, lesen , diskutieren , protestieren- es wird eine Solidaritätsveranstaltung !!!
  • http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/akhanli-politische-verfolgung-tuerkei-anwalt-100.html
  • http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/dogan-akhanli-portraet-100.html
  • Dogan Akhanli ist wieder auf freiem Fuß- allerdings unter richterlichen Auflagen. Er darf das Land vorerst nicht verlassen http://www.spiegel.de/politik/ausland/dogan-akhanli-richter-entlassen-schriftsteller-aus-haft-a-1163659.html
  • http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-koelner-schriftsteller-doan-akhanl-in-spanien-festgenommen-1.3633486
  • https://www.google.ca/amp/www.bbc.co.uk/news/amp/world-europe-40990083
  • https://www.google.ca/amp/s/amp.welt.de/amp/politik/ausland/article167821647/Tuerkei-laesst-Koelner-Schriftsteller-in-Spanien-festnehmen-Gabriel-schaltet-sich-ein.html
  • Eine erschütternde Nachricht hat uns erreicht- Dogan Akhanli wurde in Spanien auf Ersuchen der türkischen Regierung festgenommen. Wir werden nicht schweigen!!! Wir werden für ihn protestieren!! http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dogan-akhanli-deutscher-schriftsteller-in-spanien-festgenommen-a-1163613.html
  • Heidi Sorgalla Marion Feldhausen Es freut mich sehr, euch am 04.09. zu sehen
  • https://gazete.taz.de/article/?article=%215437442
  • http://www.hagalil.com/2016/10/akhanli-11/?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=facebook&utm_source=socialnetwork
  • Die VHS Krefeld, Amnesty International Krefeld und Der andere Buchladen laden ein zum Thema : Menschenrechtslage in der Türkei Dogan Akhanli: „ Die Tage ohne Vater“ Lesung mit Dogan Akhanli, Rosemarie Weber und Jutta Koebernick (AI Krefeld) am 04.09.2017 in der VHS, 19.00 – 20.30 Eintritt: € 4,00 Der Schriftsteller Dogan Akhanli, Jahrgang 1957, verbrachte seine ersten Kindheitsjahre in einem kleinen Dorf im Nordosten der Türkei. Um mit 12 Jahren seine Schulbildung fortsetzen zu können, musste er diesen nach eigener Aussage „geschützten Raum“ verlassen und zu seinem älteren Bruder nach Istanbul ziehen. Mit 18 Jahren wurde er wegen des Kaufes einer linksgerichteten Zeitschrift inhaftiert und gefoltert . Nach dieser Erfahrung begann er sich politisch zu engagieren und ging dann nach dem Militärputsch 1980 in den Untergrund. Er schloss sich der Revolutionären Kommunistischen Partei an und wurde 1985 ein zweites Mal verhaftet und einen Monat lang gefoltert. Als politischer Häftling saß er bis 1987 im Militärgefängnis von Istanbul. 1991 gelang ihm und seiner Familie die Flucht nach Deutschland. Er lebt seit 1995 in Köln und arbeitet hier als Schriftsteller. Nach seiner Ausbürgerung im Jahr 1998 wurde Akhanli 2001 deutscher Staatsbürger. In seinen Romanen beschäftigt er sich u.a. mit den politischen Ereignissen in der Türkei der 70iger und 80iger Jahre, mit den Ausschreitungen gegen die Griechen in Istanbul 1955 und schließlich in dem Roman „Die Richter des Jüngsten Gerichts“ mit dem Genozid an den Armeniern 1915. Am 10. August 2010 wurde Akhanli bei der Einreise in die Türkei am Istanbuler Flughafen festgenommen. Er hatte seinen todkranken Vater besuchen wollen, wurde jedoch aufgrund einer konstruierten Anklage vor Gericht gestellt. Während seiner viermonatigen Untersuchungshaft verstarb sein Vater. Aufgrund des enormen Drucks der deutschen Öffentlichkeit und zahlreicher NGOs durfte er im Dezember 2010 die Türkei verlassen . „Deutschland hat mich freibekommen“, sagte er nach seiner Freilassung. 2011 wurde er schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im April 2013 wurde diese Freispruch jedoch wieder aufgehoben und man erließ gegen Akhanli einen internationalen Haftbefehl, der bis heute nicht aufgehoben worden ist. Die Tage ohne Vater Im ausgehenden 20. Jahrhundert flieht der Musiker Mehmet Nazım aus seinem Heimatland inpolitische Asyl nach Köln. Die Erinnerungen an seinen Vater, den genialen Mathematiker, und an seine Kindheit begleiten Mehmet Nazım. Dabei werden politischen Kämpfe in der Türkei der 70er Jahre lebendig. Im heutigen Köln lernt Mehmet Nazım Polaris kennen, eine kluge, geheimnisvoll schöne Frau. Die Liebe zum Vater ist der Schlüssel zu dieser Entdeckungsreise und Polaris Mehmet Nazıms Wegbegleiterin. Ihm eröffnet sich die Welt durch die Musik, mit ihr offenbaren sich die Spuren der Geschichte, seiner eigenen, seines Landes, seiner Liebe und der katastrophalen politischen Ereignisse. Seinem Vater öffnet die Liebe zu den Zahlen die Tür zum Verständnis der Welt. Mit Mehmet Nazım, Polaris und dem Vater werden Musik, Literatur und Mathematik auf wunderbare Weise versponnen. Gleichsam mit dem letzten Atemzug findet der Vater die Formel, welche die Zahlen und die Liebe miteinander verbindet.
  • Der Schriftsteller Dogan Akhanli, Jahrgang 1957, verbrachte seine ersten Kindheitsjahre in einem kleinen Dorf im Nordosten der Türkei. Um mit 12 Jahren seine Schulbildung fortsetzen zu können, musste er diesen nach eigener Aussage „geschützten Raum“ verlassen und zu seinem älteren Bruder nach Istanbul ziehen. Mit 18 Jahren wurde er wegen des Kaufes einer linksgerichteten Zeitschrift inhaftiert und gefoltert . Nach dieser Erfahrung begann er sich politisch zu engagieren und ging dann nach dem Militärputsch 1980 in den Untergrund. Er schloss sich der Revolutionären Kommunistischen Partei an und wurde 1985 ein zweites Mal verhaftet und einen Monat lang gefoltert. Als politischer Häftling saß er bis 1987 im Militärgefängnis von Istanbul. 1991 gelang ihm und seiner Familie die Flucht nach Deutschland. Er lebt seit 1995 in Köln und arbeitet hier als Schriftsteller. Nach seiner Ausbürgerung im Jahr 1998 wurde Akhanli 2001 deutscher Staatsbürger. In seinen Romanen beschäftigt er sich u.a. mit den politischen Ereignissen in der Türkei der 70iger Jahre, mit den Ausschreitungen gegen die Griechen in Istanbul 1955 und schließlich in dem Roman „Die Richter des Jüngsten Gerichts“ mit dem Genozid an den Armeniern 1915. Am 10. August 2010 wurde Akhanli bei der Einreise in die Türkei am Istanbuler Flughafen festgenommen. Er hatte seinen todkranken Vater besuchen wollen, wurde jedoch aufgrund einer konstruierten Anklage vor Gericht gestellt. Während seiner viermonatigen Untersuchungshaft verstarb sein Vater. Aufgrund des enormen Drucks der deutschen Öffentlichkeit und zahlreicher NGOs durfte er im Dezember 2010 die Türkei verlassen . „Deutschland hat mich freibekommen“, sagte er nach seiner Freilassung. 2011wurde er schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im April 2013 wurde dieser Freispruch jedoch wieder aufgehoben und man erließ gegen Akhanli einen internationalen Haftbefehl.